Kompetenz in Aus- und Weiterbildung

Urbane Sturzfluten

Analyse, Bewertung, Lösung und Vorgehen
Das Niederschlagsgeschehen hat sich in Zeiten des Klimawandels verändert. Aktuelle Studien für Westeuropa zum Klimawandel sagen eine weiterhin wachsende Häufigkeit und Intensität von Niederschlagsereignissen voraus. Schadensstatistiken für Deutschland zeigen zudem, dass ein bedeutender Anteil der Schäden an Infrastruktur und Bevölkerung infolge von Überschwemmungen in städtischen Gebieten aus Sturzfluten resultiert. Sturzfluten entstehen aus meist lokal begrenzten, sommerlichen Starkniederschlägen, häufig begleitet von Gewitter, Hagel und Sturmböen. Dabei können einzelne Gewitterzellen für längere Zeit auf einer Stelle verweilen und sich „ausregnen“...
29. April 2020 in Hannover

  • Kosten (MwSt. frei)
    Teilnahmegebühr:EUR 380,-
    Studenten (mit Nachweis): EUR 120,-

    (20% Nachlass ab der 2. Person einer Institution)

    Seminarbroschüre
    Anfahrtsbeschreibung

    Veranstaltungsort
    Akademie des Sports
    Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10
    30169 Hannover
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    Hinweis
    Die Seminargebühr versteht sich inklusive der Verpflegung und der Seminarunterlagen. 20 % Nachlass ab der 2. Person. Bitte zahlen Sie die Teilnahmegebühr erst nach Erhalt unserer Rechnung unter Angabe der Rechnungsnummer und des Verwendungszwecks. Genaue Angaben zur Anreise erhalten Sie mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung.

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Das Niederschlagsgeschehen hat sich in Zeiten des Klimawandels verändert. Aktuelle Studien für Westeuropa zum Klimawandel sagen eine weiterhin wachsende Häufigkeit und Intensität von Niederschlagsereignissen voraus. Schadensstatistiken für Deutschland zeigen zudem, dass ein bedeutender Anteil der Schäden an Infrastruktur und Bevölkerung infolge von Überschwemmungen in städtischen Gebieten aus Sturzfluten resultiert. Sturzfluten entstehen aus meist lokal begrenzten, sommerlichen Starkniederschlägen, häufig begleitet von Gewitter, Hagel und Sturmböen. Dabei können einzelne Gewitterzellen für längere Zeit auf einer Stelle verweilen und sich „ausregnen“. Leider bleiben bislang im hydrologischen Zusammenhang bei der Stadtplanung und -entwicklung, wie auch in der Bauleitplanung und der Straßenplanung, solche extremen Wetterereignisse nahezu unberücksichtigt. Der Überflutungsvorsorge muss innerhalb der Kommunen zukünftig eine erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Im Vergleich zu Flussüberschwemmungen können diese Schäden jedoch durch verhältnismäßig geringe Maßnahmen reduziert werden. Hierfür ist es notwendig, die Natur von Sturzfluten detailliert zu berücksichtigen und von Flussüberschwemmungen abzugrenzen.

Nach einer thematischen Einführung werden im Rahmen unserer Veranstaltung die Kenntnisse über den Ereignistyp Starkniederschlag aufgezeigt. Dies umfasst auch Aussagen zur regionalen Gefahren- und Risikoverteilung sowie zu Überflutungsbildern und -schäden. Im Weiteren wird anhand von anschaulichen Beispielen aufgezeigt, wie lokale Überflutungsgefahren in Siedlungsgebieten, die durch Starkniederschläge hervorgerufen wurden, systematisch erkannt werden können, wie infrastruktur- und objektbezogene Maßnahmen zur Überflutungsvorsorge konkret aussehen können und welche Akteure insbesondere gefordert sind. Zudem werden Starkregen-Frühwarnsysteme im Einsatz anhand konkreter Beispiele vorgestellt. Hierbei werden sowohl planerische, technische als auch administrative Vorsorgemaßnahmen auf kommunaler und privater Ebene dargestellt. Darauf aufbauend werden konkrete Handlungsvorschläge an realen Beispielen aus Städten und Kommunen aufgezeigt. Ziel aller Maßnahmen ist es letztendlich, dem Wasser Wege zu weisen. Wir zeigen, wie das geht!


Moderation

Dr.-Ing. Lothar Fuchs


09:00 - 09:10 Begrüßung und Einführung
Dr.-Ing. Igor Borovsky, Technische Akademie Hannover e. V.
09:10 - 09:30 Einleitung und Zielsetzung der Veranstaltung
Dr.-Ing. Lothar Fuchs, itwh GmbH, Hannover
09:30 - 10:00 Kommunikation und Bewertung von Starkregen und ihren Folgen
- Unterschiedliche Definitionen von Starkregen
- Risikokommunikation von Starkregen
- Verwendung von Starkregen in der Modelltechnik und Interpretation der Ergebnisse
Prof. Dr.-Ing. Markus Quirmbach, Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr
10:00 - 10:30 Klima und Wetter: Starkregen in der Kommune
- Grundsätzliches zur Klima, Vorhersage Starkregen usw., rechtzeitige Erkennung von urbanen Sturzfluten
- Datenverfügbarkeit und Notwendigkeit
- Aufbereitung der DX-Radardaten in NRW durch das LANUV
Dr. Thomas Einfalt, hydro & meteo GmbH & Co. KG, Lübeck
10:30 - 10:45 Diskussion
10:45 - 11:15 Kaffeepause
11:15 - 11:45 Statisch abgeleitete Bemessungsgrößen des Niederschages
- DWA-A 531 – Grundlage für die Niederschlagsstatistik
- KOSTRA-DWD 2010R – Flächendeckende Bereitstellung statistischer Niederschlagshöhen für Deutschland
- ExUS 2020 – Extremwertstatistische Untersuchungen von Starkregen in NRW
Prof. Dr.-Ing. Markus Quirmbach, Hochschule Ruhr West, Mühlheim an der Ruhr
11:45 - 12:15 Starkregenrisikomanagement Stadt Herrieden
- Erkennen der Gefahren mit Starkregengefahrenkarten
- Schützen vor Gefahren am Beispiel Stadtteil Roth/ Gewerbegebiet Schüller
- Warnen und Abwehren von Gefahren mit dem Frühalarmsystem Herrieden
Bgm. Alfons Brandl, Stadt Herrieden
12:15 - 12:30 Diskussion
12:30 - 13:30 Mittagspause
13:30 - 14:00 SStarkregen-Frühalarmsysteme im Einsatz
- Erfahrungen in Adelsdorf, Baiersdorf und Passau
- Funktion und Nutzen für Rettungskräfte und Bürger
- Komplettlösung Starkregen ews - erkennen-warnenschützen
- in der Praxis
- Vorstellung Ergebnisse Sonderförderprogramm Sturzflutrisikomanagement Bayern
Dipl.-Ing. (FH) Reinhard Brodrecht, SPEKTER GmbH, Herzogenaurach
14:00 - 14:45 Kommunale Überflutungsvorsorge am Beispiel Solingen
- Aufgaben, Verantwortung
- Leistungsvermögen von Einlaufsystemen
- Identifikation von Schwerpunkten
- Überflutungsnachweis DIN 1986-100
- Retention in Verkehrs- und Grünflächen
- Gefahrenabschätzung bei gezielter Retention
- Bürgerkommunikation
- Finanzierungsoption in NRW
- Starkregenvorsorge als Teil eines Klimafolgenanpassungskonzeptes
- Beispielmaßnahmen
Dipl.-Ing. Tycho Kopperschmidt, Technische Betriebe Solingen
14:45 - 15:00 Diskussion
15:00 - 15:15 Kaffeepause
15:15 - 1 6:00 Systematische Analyse und Bewertung der lokalen Überflutungsgefährdung und Risikoabschätzung
- Datengrundlagev - Methodik der ortsbezogenen Gefährdungsanalyse
(vereinfacht, topografisch, hydraulisch)
- Abschätzung des potenziellen Schadenspotentials
- Identifikation Risikobereiche
Dr.-Ing. Lothar Fuchs, itwh GmbH, Hannover
16:00 - 16:30 Werkzeuge zur Analyse der Überflutungsgefährdung
- Höhenmodellv - GIS-Verfahren
- Simulationsmodelle
- Urbane Strukturen: Gebäude, Bruchkanten, Durchlässe
- Kopplung Kanalnetzmodell - Oberflächenabflussmodell
Dr.-Ing. Stefan Schneider, itwh GmbH, Hannover
16:30 - 16:45 Diskussion, Zusammenfassung, Fazit und Ausblick
Dr.-Ing. Lothar Fuchs, itwh GmbH, Hannover